Kentenich-Musical

Kentenich-Musical

 „Auf dem Hochseil“

Pünktlich zur Eröffnung des Jubiläumsjahres 100 Jahre Schönstatt war das Musical vom Liedermacher Wilfried Röhrig fertig geworden: Spannend ist sie, die Lebensgeschichte des jungen Josef Kentenich, welche die Inhalte Schönstatts auf moderne Weise zugänglich macht. Doch diese Geschichte, "eingepackt" in lebendige Szenen, in rockige und balladenhafte Songs, die in Herz und Ohr gehen, ist weit mehr als unterhaltsame Historie. Auch die Zuschauer und unsere Welt heute kommen durch die Rollen einer Zeitgenossin und eines Zeitgenossen ins Spiel. Im Rahmen der insgesamt 13 Aufführungen kam es ein einziges Mal nach NRW, nach Borken in Westfalen. So waren wir aus dem Bistum Aachen am 21. März 2015 mit rund 80 Personen, die mit zwei Bussen und einigen PKW's angereist waren, dabei.


Tosender Beifall und tiefe Erfahrungen Bericht aus schoenstatt.de

 

Am Ende greift Klaus Tebrügge mehrfach vergeblich zum Mikrofon. „Ich kann gut verstehen, dass die Begeisterung für das hier Erlebte Sie von den Sitzen reißt, doch geben Sie mir einen Moment Gelegenheit, danke zu sagen.“ Die minutenlang andauernde stehende Ovation klingt langsam aus.

700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer füllen die Stadthalle „Vennehof“ in Borken bis auf den letzten Platz. Von der Eifel bis zum Emsland, vom Saterland bis zum Niederrhein, aus Aachen, Essen und Münster, aus vielen Orten der Umgebung und natürlich aus Borken selbst sind sie gekommen, um diese einzige Aufführung des Kentenich-Musicals in NRW mitzuerleben.

 

Im Namen aller dankt K. Tebrügge für die Aufführung, für das, was wir gesehen, gehört und erlebt haben. Sein besonderer Dank gilt allen, die im Hintergrund zum Gelingen beigetragen haben. Plötzlich läuft eine der Tänzerinnen von der Bühne. Nach einem kurzen Moment ist sie wieder da – zusammen mit der Frau, die die Spieler geschminkt hatte. Immer wieder werden die Dankesworte vom Applaus unterbrochen. Offenbar sind sich die Zuschauer quer durch alle Generationen einig.

 

Später meint jemand, die Art der Darstellung sei eine angemessene Weise gewesen, die Schwierigkeiten darzustellen, die Pater Kentenich durchmachen musste. Eine junge Frau äußert, sie habe immer gedacht, man habe Pater Kentenich mit offenen Armen empfangen, weil er so gute Ideen gehabt habe. „Das ist toll, dass man jetzt etwas mehr dahinter schaut.“ In der Pause setzt eine Frau ihre Begeisterung gleich in die Tat um: „Großartig, so viele Informationen, so tiefe Texte! Ich habe schon alles gekauft!“  Andere lassen sich von der Aufführung ganz persönlich treffen. Eine jüngere Frau sagt mit Tränen in den Augen: „Ja, jetzt müssen meine Kinder auch vaterlos aufwachsen.“ Und ein Mann, Mitte sechzig, äußert später: „Das hat mich persönlich angegriffen. Vieles aus meiner Vergangenheit wurde in mir noch einmal wach. Doch jetzt konnte ich das wirklich abgeben.“

 

Zwei Erlebnisse schließen sich der Aufführung des Musicals in Borken an. Es ist die einzige der insgesamt 13 Aufführungen, bei der alle Mitwirkenden übernachten. Die Schönstatt-Au bietet Platz für alles. Je nach Verfassung und Temperament klingt hier der Abend aus. „Wie schön“, sagt eine Schwester am nächsten Morgen, „ich habe so richtig gespürt, wie viel Freude die Gruppe miteinander hatte.“

 

Die heilige Messe am Sonntag wird von den Akteuren des Musicals mitgestaltet. Die Liturgie führt die gut 150 Gottesdienstbesucher in den „Hochseilakt“ Jesu kurz vor der Karwoche ein. Burgkaplan Hörstrup zieht Verbindungslinien zwischen Jesus, Pater Kentenich und uns. „Bin ich bereit, mich fallen zu lassen, hinein in die Arme Jesu?“ Ganz neu klingt nach dieser Ansprache das Lied des gestrigen Abends: „Ich lasse mich fallen … ich bin dein Kind ...“ Ein Mann zeigt sich am Ende stark beeindruckt: „Das war aber eine besondere Atmosphäre. So etwas habe ich noch nie erlebt.“ 


 Im Herbst 2015 wird es eine DVD von der Aufführung des Kentenich- Musicals geben.

 

Bilder Copyright: © 2015 rigam Musikverlag