Trompetenklänge, Regenschirme und ein „Feuer der Barmherzigkeit“

Trompetenklänge, Regenschirme und ein „Feuer der Barmherzigkeit“

Die Tür der Barmherzigkeit am Schönstattheiligtum steht offen für alle

„Wir waren gut vorbereitet“, so Paul Gausling vom Schönstattzentrum im Bistum Aachen. „Doch würden die Menschen sich bei diesem Wetter auf den Weg machen?“ Diese Frage blieb. Und dann die Freude: Trotz des regennassen Wetters kamen am Sonntag, 13. Dezember, 200 Menschen, um die Öffnung der Pforte der Barmherzigkeit am Schönstattheiligtum im Bistum Aachen mitzuerleben.

 

Einladung zur Pforte der Barmherzigkeit

Die Veranstaltungen in der Übersicht



Wie schon so oft, übernahm die örtliche Feuerwehr das Einweisen der Autos auf den Parkplätzen. Der Gottesdienst begann um 14.00 Uhr im Haus. Der feierliche Einzug mit Fahnen und einer Abordnung der Schützenbruderschaft St. Laurentius zeigte die Besonderheit dieses Tages.

 

Zum Beginn der heiligen Messe lud Ortspfarrer Ferdi Bruckes die Gläubigen ein, still in sich hinein zu schauen:„Wo bin ich schuldig geworden vor Gott oder meinen Mitmenschen?“ „Die Antwort auf diese Frage auf einen Zettel zu schreiben, der später verbrannt wurde, das war schon etwas Besonderes.“ So fasste nach der Feier ein Teilnehmer sein Gefühl in Worte. „Das ein fester Brauch“, erklärte Gertrud Gausling dazu.

 

„Hier in der Kapelle erleben wir das immer wieder: Die Menschen kommen schwer beladen. Oft erzählen sie uns davon. Und dann schreiben sie ihre Sorgen und Nöte, aber auch ihren Dank und ihre Freude auf. Durch den Zettel im Krug legen sie alles Maria in die Hände. Sie ist ja die Mutter der Barmherzigkeit. Einmal im Monat werden diese Zettel dann verbrannt.“

 

Mit einer Geschichte begann Pfarrer Bruckes die Predigt. Um ein buntes Band am Apfelbaum am Eingang des Ortes bat ein entlassener Strafgefangener seine Frau als Zeichen dafür, dass er heimkehren dürfe. Und als er vom Zug hinaus schaute, war der Baum mit Hunderten bunter Bänder geschmückt. „Mit der Erlösung durch Jesus Christus hat Gott für jeden von uns hunderte bunter Bänder aufgehängt. Am Schluss griff er das Bild noch einmal auf. Die Tür des Heiligtums sei geschmückt. Vielleicht, so Pfarrer Bruckes, könne diese geschmückte Tür oder auch der bald zu Weihnachten bunt geschmückte Tannenbaum zu Hause ein Zeichen sein für die bunten Bänder der Barmherzigkeit, die Gott für uns und wir füreinander „in den Baum“ hängen. 

 

„Ich freute mich, als man mir sagte, zum Haus des Herrn wollen wir pilgern.“ Mit diesem immer wiederkehrenden Gesang ging es nach der heiligen Messe „Schritt für Schritt“ der „Heiligen Pforte der Barmherzigkeit“ entgegen. „Das ging mir durch und durch“, sagte eine Pilgerin später. Und sie ergänzte: „Ich konnte es kaum erwarten.“ Auf dem Vorplatz entstand eine gespannte Stille. 

 

 

 

 

Mit festem Schritt ging Pfarrer Bruckes auf das Schönstattheiligtum zu, klopfte dreimal kräftig an die Tür und öffnete sie. „Die Tür der Barmherzigkeit steht offen für jeden, der hier eintreten möchte. Gott kommt uns in seiner barmherzigen Liebe entgegen. Er tilgt alle unsere Schuld.“ Nach diesen Worten lud er zum Verbrennen der Zettel ein, um diese Erfahrung zeichenhaft zum Ausdruck zu bringen. Das festliche Spiel mit Trompete und Saxophon unterstrich die Bedeutung dieses Augenblicks. Dann segnete Pfarrer Bruckes Wasser, das dann von Messdienern in die Kapelle gebracht wurde. Nach dem Gruß an die Gottesmutter war der Augenblick gekommen: Alle waren eingeladen, nun durch diese „Pforte der Barmherzigkeit“ zu gehen und sich mit dem geweihten Wasser zu segnen, um den Glauben an die barmherzige Liebe Gottes zu jedem ganz persönlich zu vertiefen.  „Schwester“, sagte ein älterer Herr mit sichtlicher Ergriffenheit, „wir kommen öfter in die Kapelle zum Beten. Doch als ich eben durch die Tür ging, kamen mir die Tränen.“ „Gänsehaut pur“, so drückte das ein jüngerer Mann aus. Eine dichte Menschentraube bildete sich vor dem Heiligtum. Geduldig warteten die Menschen auf diesen Augenblick. Und dann kamen noch viele ins Haus. Die Gemeinschaft mit den Anderen bei Kaffee und Kuchen tat offenbar gut. Am nächsten Morgen ging das Telefon. „Schwester, wann ist denn die Heilige Pforte bei Ihnen geöffnet?“ Ein Frau erklärte, sie hätten das gelesen, doch am Vortag leider nicht kommen können. Die Pforte der Barmherzigkeit ist bis zum 13. November 2016 täglich geöffnet, von morgens ca. 7.30 Uhr bis abends etwa 19.00 Uhr, im Sommer auch am späteren Abend.

 

Das nächste besondere Angebot in diesem Jahr der Barmherzigkeit findet am Montag, 21. Dezember statt. Von 17.00 Uhr bis 18.00 Uhr ist Gelegenheit zur Beichte oder zum Gespräch mit einem Priester, anschließend heilige Messe in der Kapelle.

 

Nähere Informationen zu den Angeboten im Heiligen Jahr im Haus der Begegnung finden Sie hier:

Einladung zur Pforte der Barmherzigkeit