50 Jahre Missio-Patris-Heiligtum

Bericht von der Festfeier

25. Oktober 2020: Ein regnerischer Herbsttag. Wir leben in Corona-Zeiten: Die Bänke auf der nassen Wiese stehen nach Vorschrift im Zweimeterabstand. Alle müssen während der ganzen Zeit die Mund-Nase-Bedeckung tragen, es darf nicht gesungen werden. Nach der Feier der heiligen Messe sollen alle sofort nach Hause gehen – keine Begegnung bei Kaffee und Kuchen …
Und trotzdem wird es ein strahlender Jubiläumstag: 50 Jahre Schönstattheiligtum im Bistum Aachen. Wir begehen das Ereignis im Rahmen der vorgegebenen Möglichkeiten. Ein Jahr lang hat sich die Schönstattfamilie mit ihren Freunden und Bekannten darauf vorbereitet. Jeden Monat kam zum 25. ein Impuls über WhatsApp, E-Mail oder Briefpost zu den einzelnen. Diese wollten vertraut machen mit dem Leben aus dem Heiligtum, den Gedanken der Krönungs-erneuerung vertiefen und immer neu anregen, der Gottesmutter ein reiches Gnadenkapital zu bereiten.
Mit DIR gestern – heute – morgen: So heißt das Leitwort für die Vorbereitung und die Feier.
Mit der eucharistischen Anbetung am Vorabend hatte der Festtag begonnen. Nicht nur der Tabernakel strahlt in besonderem Glanz. Fast alle sakralen Gegenstände, bis hin zu den Kerzenleuchtern, wurden zum Fest restauriert. Die neue Altarborte mit den zentralen Symbolen des Festes Krone und Krug und dem Leitwort MIT DIR, der festliche Blumenschmuck – alles trägt zur Festtagsfreude bei.
Menschen, die gerne gekommen wären, bekunden ihre Verbunden-heit. „Das Jubiläum ist da. In geistiger Verbundenheit wünsche ich … allen einen wunderschönen Festtag.“ „Nehmen Sie bitte meinen Dank mit in die Gnadenkapelle. Ohne die Sendung Pater Kentenichs wären wir um vieles ärmer. Die Messe verfolge ich, danke für die Aufzeichnung. Egal, wie das Wetter sein wird und selbst Corona kann die Freude für die 50 Jahre nicht mindern.“
Ab 14.00 Uhr kommen die Teilnehmer an: Die Mitglieder der Diözesanleitung, die Vorstandsmitglieder des e.V. und die Personen, die vor 50 Jahren dabei waren – insgesamt 45 Personen. Jeder erhält einen alten Putzlappen und ein Stuhlkissen, um sich so einen trocke-nen Sitzplatz zu bereiten. Der Regen hat ein wenig nachgelassen, zeitweise können sogar die Schirme geschlossen werden.
Etwas weiter entfernt stehen zwölf Bläser. Ihnen sind wir besonders dankbar, denn sie geben der kleinen Feier etwas Festliches. Nachdem wir im Sommer die große Feier endgültig abgesagt hatten, fragte die Bläservereinigung von Merode an, ob sie nicht wenigstens mit einer kleinen Abordnung kommen könnten. Sie wollten uns dies gerne zum Geschenk machen.
Familie Van de Walle singt mit ihren vier Kindern alle Lieder für uns, und bringt sie so auch in unseren Herzen zum Klingen.
„Ich freute mich, als man mir sagte, zum Haus des Herrn wollen wir pilgern.“ Zu den Klängen des Eingangsliedes kommen um 14.30 Uhr die Priester, die im Heiligtum die heilige Messe feiern.
50 Jahre Missio-Patris-Heiligtum im Bistum Aachen
Pater Güthlein, Leiter der Schönstattbewegung in Deutschland, musste sein Kommen leider kurzfristig wieder absagen.
So übernimmt Pastor Vollberg, Diözesanleiter der Aachener Schönstattfamilie, die Regie. Pastor Josef Neuenhofer aus Bolivien und Pastor Hans Doncks, auch ein Mann der ersten Stunde, stehen ihm zur Seite.
In der Predigt schlägt Pastor Vollberg die Brücke von dem Wunder bei der Hochzeit zu Kana zum Jubiläum: „Wir haben allen Grund, der Gottesmutter für die Wunder der Gnade zu danken, die sie in unzäh-ligen Herzen hier bewirkt. So viele Menschen haben im Laufe der Jahre hier gebetet und Beiträge zum Gnadenkapital gebracht und tun dies weiterhin. Das ist an diesem Ort besonders zu spüren. Unser Leben ist umgeben und durchsetzt von vielen Wundern, von kleinen und großen. Für Maria war und ist das selbstverständlich. Sie geht ganz im Vertrauen darin ihren Lebensweg. Sie hilft auch uns, unser Leben entsprechend zu gestalten und so zur Hoffnung, zum Segen zu werden für Mitmenschen und Welt. Da ist uns Pater Josef Kentenich ein großes Vorbild. Er gestaltete sein ganzes Leben aus dieser Überzeugung.“
Nun beginnt die kleine Feier, in der wir der Gottesmutter unsere Geschenke bringen:

  • Eine große Kerze wird im Heiligtum entzündet zum Dank für 50 Jahre, in denen die MTA hier gewirkt hat.
  • Ein neuer Krug mit der Aufschrift unseres Mottos, in dem wir auch unsere Sendung Missio Patris ausdrücken. Darin sind viele Beiträge zum Gnadenkapital gesammelt.
  • 50 Rosen für die Königin, der wir in diesem Zeichen die Krone neu schenken. Diese ist Zeichen unseres Dankes, unseres Vertrauens und unserer Treue.

Mit dem Lied der Kinder: Mutter Gottes, Königin schließt dieser kleine Teil der Feier.
Zu Segen und Sendung bilden wir – in coronagemäßem Abstand – einen Kreis um unser Heiligtum: Wir wollen dafür einstehen, dass die Gottesmutter auch in 50 Jahren noch von diesem Heiligtum aus wirkt. Im Anschluss daran werden die Zettel mit den vielen Beiträgen verbrannt.
Und dann beginnt ein kleiner froher Teil. Während eines Glückwunsch-liedes erhalten unsere Senioren zum Dank für allen Einsatz während der vergangenen 50 Jahre eine Kerze. Auf ihren Schultern stehen wir heute. Zum Abschluss erhalten dann alle Teilnehmer/innen als Ersatz für den fehlenden Nachmittagskaffee eine „Geburtstagstorte“ zum Mitnehmen. Da sieht man viele strahlende Gesichter.
„Es ist eigenartig“ sagte eine Frau, „es hat doch geregnet, und ich
habe überhaupt nicht gespürt, dass ich nass geworden bin.“ „Wie gut, dass wir diese Feier, wenn auch kleiner als gedacht, gemacht haben. Alles war so stimmig, so harmonisch ineinander gefügt.“ „Die Texte waren so tief, wir haben alles geschenkt und doch war alles so froh.“
Und so, als wollte der Himmel dieses Erlebnis bestätigen, schenkte er uns am Abend einen wunderbaren Regenbogen. Danke an den Himmel, und danke an alle, die vorbereitet und an die, die viel gebetet haben.